Wenn Hexen hexen: Mottoparty Walpurgisnacht

Wenn es um die berühmte Walpurgisnacht geht, lassen wir am besten Oma Othilie zu Wort kommen…sie ist eine echte Kennerin der Szene! Othilie, erzähl doch mal ein bisschen!

Oma-Othilie-BesenIhr freut euch jetzt, dass die Temperaturen wieder steigen…wisst ihr auch, dass man das richtig feiern muss, um einen glücklichen Sommer zu haben? Schon meine alten Freunde, die Kelten, und jedes kluge Volk auf der nördlichen Halbkugel feierten den Auszug des Winters. Früher nannten wir dieses Fest Beltane, das bedeutet strahlende Sonne. Also ihr Hexen und Hexer, Sonnenanbeter und Feierwütige, packt eure Besen ein und zündet ein Feuer an!

Von Beltane zur Walpurgisnacht

Der 1. Mai ist der Tag, an dem Himmel und Erde, Odin und Freya Hochzeit feiern. Ich, Othilie, war schon bei den ersten Festen auf dem Blocksberg, den ihr auch als Brocken kennt, dabei. Es war eine dunkle Zeit für uns Hexen, weil man uns fürchtete und verfolgte, aber seien wir ehrlich, wir wollen doch nur das Leben feiern! Angeblich küssen wir Hexen dem Teufel dann den Hintern..*pah, als ob ich meinem Schwiegersohn Tony das antun würde. Es wäre ihm so peinlich (dann würde ja jeder sein Schmetterlings-Tattoo sehen). Ihr alle feiert gern in den Mai – werft euch ein Hexenkostüm über und verjagt die letzten Reste des Winters. Der Sommer freut sich, wenn er stürmisch begrüßt wird.

WalpurgisnachtQuelle: © Photofranz56 – Fotolia.com

Der Name Walpurgisnacht

Walburga war eine ganz nette Frau, ich habe sie mal in England getroffen, das muss irgendwann zwischen 710 und 779 gewesen sein. Um ehrlich zu sein, war sie aber nicht die Namensgeberin der Walpurgisnacht – das war unsere Mai-Göttin, eine weiß gekleidete, wunderschöne Erscheinung. Ich war immer ganz neidisch auf ihre feurigen Schuhe, darum habe ich den anderen auch vorgeschlagen, an Beltane auf dem Brocken ein Feuer zu entzünden! Über dieses sprangen wir dann immer wieder, in der Hoffnung auf warme Sohlen, aber Maikönigin Walaburg, die Sibylle, lachte immer nur. Wie gern denke ich an sie! Später kam dann ein Bischof und sprach die nette Walburga aus England am 1. Mai heilig, damit die Christen unser tolles Fest mitfeiern können – das war doch wirklich eine nette Idee!

Brauchtum und Tradition

Früher wusste man noch mehr über diese wundersame Nacht, aber ihr habt ja die liebe Oma Othilie, die euch auf dem Laufenden hält: In der Mai-Nacht steigen die verborgenen Schätze aus der Erde auf! Nehmt also besser einen Beutel mit, wenn ihr in dieser Nacht unterwegs seid. Leider gibt es nicht mehr viele Brunnen bei uns, denn diese spenden Wein statt Wasser – da hat sich die Maikönigin etwas Schönes ausgedacht. Es fiel auch immer eine Menge Tau aus ihrem Kleid und macht die Erde fruchtbar. Ein ganz geheimer Geheimtipps aus meiner Schönheit-Ecke: Besprengt euch in der Mai-Nacht mit Wasser, das macht euch schön und hält gesund.

Leider sind die Zeiten vorbei, in denen jeder Garten einen eigenen Maibaum hatte. Dieses Symbol des Weltenbaums, der auch Fruchtbarkeit symbolisiert, wird aber in den meisten Orten gemeinsam geschmückt und aufgestellt. Wichtig ist dabei der Kranz aus frischem Grün, der von den jungen Mädchen geflochten wird. Es werden Weiden, Birken, Tannenreis und auch viele Frühlingsblumen eigeflochten – wunderschön! Tanzt um ihn und spürt die Lebensfreude in euch, der Sommer kommt und mit ihm das Leben!  Das nächtliche Knallen mit einer Peitsche, die Maibüsche und das Auslegen von Besen schützen Haus und Hof.

Das Maifeuer

Ihr solltet umbedingt ein Maifeuer entzünden, und zwar am Abend des 30. April. Das hält die bösen Geister fern und schützt vor Seuchen. Wenn es etwas herunter gebrannt ist dann macht es wie wir Hexen und springt gemeinsam darüber – tut ihr das als verliebtes Paar, so wird eure Liebe ewig halten. Wenn ihr mögt könnt ihr auch eine Holzhexe verbrennen – ich muss allerdings gestehen, dass dies nicht zu meinen Lieblings-Bräuchen zählt.

So ihr Lieben, Oma Othilie verabschiedet sich jetzt…ich muss dringend etwas in meinem Hexenkessel umrühren und noch ein paar Säume an den Kleidern umnähen, die ich für euch ausgesucht habe – ihr wollt ja schließlich auch einmal wie richtige Hexen aussehen. Schaut doch mal was ich Schönes für euch habe!

Weitere Bräuche

Marburg: Hier findet um Punkt Mitternacht das Maieinsingen auf dem Rathausplatz statt. Dazu singen der Magistrat und Hunderte von Bürgern traditionelle Lieder.

Pfalz, Eifel, Sauerland: Am Abend des 30. April gehen die Kinder durch die Dörfer und walpern, sie treiben also Schabernack, wobei das Fortbewegen von beweglichen Dingen rund um das Haus sehr beliebt ist.

Baden-Württemberg, Bayern und der Oberlausitz: Am 30. April wird der Maibaum aufgestellt.

Heidelberg: In der Walpurgisnacht ziehen Tausende von Menschen auf den Heiligenberg zur Thingstätte und feiern.

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